Autor: fuchs

  • 24.5.26: Linoldruck gegen Militarismus

    Ob auf Karten, Plakaten oder Patches – Linoldruck ist eine Möglichkeit, politische Aussagen und Forderungen auf kreative Art und Weise zu verbreiten.

    Kommt zu unserem Workshop und gestaltet eigene Linolschnitte – oder nutzt unsere bereits gefertigten Schablonen um (Post)karten oder Stoff(reste) zu bedrucken, die ihr dann zu Patches weiterverarbeiten und auf eure Kleidung nähen könnt. Bringt dafür gern eigenes Material mit – oder nutzt unseres.

    Wir freuen uns auf euch! 🙂

  • 16.5.26: Skillshare auf dem Antifawochenende

    Klettern gegen Klimakrise, Aufrüstung und Faschismus

    Sei es, um ein Transpi gut sichtbar zu platzieren, sich von einer Brücke abzuseilen und damit Auto-, Schiffs- oder Schienenverkehr zu blockieren oder um ein Baumhaus zu bauen und damit auf eine wichtige Sache aufmerksam zu machen oder sich aktiv für den Erhalt von Wäldern einzusetzen: Aktionsklettern lässt sich vielseitig einsetzen.

    Seit Oktober letzten Jahres ist das Baumhaus auf dem ehemaligen MFG5-Gelände in Kiel Holtenau ein fester Bestandteil vom Protest gegen den (Rück)Verkauf des Wohn- und Kulturortes und städtischen Freiraumes am Wasser an die Bundeswehr. Geflüchtete, sozialer Wohnungsbau, Wagenplatz, Skateplatz und Jugendtreff sollen dort dem neu aufgestellten Seebattalion der deutschen Marine weichen. Im Zeichen von Aufrüstung und Militarisierung nur einer von vielen Aspekten, gegen die es sich auch aus antifaschistischer Perspektive aufzulehnen Not tut!
    Beim Skillshare lernt ihr die Grundlagen des Seilkletterns mit Raupenknoten und Abseilacht.

    Bringt dafür bitte festes Schuhwerk, bequeme Kleidung und bei längeren Haaren ein Haargummi und/oder einen Schlauchi mit! Auch Menschen, die nicht so viel Kraft und Ausdauer haben sind herzlich willkommen – wir versuchen es ohne Hektik und mit Tipps zum Kraftsparen allen zu ermöglichen, soweit zu kommen wie sie können und wollen.

    Achtung ! Der Skillshare findet NICHT am Baumhaus statt, sondern in der Alten Meierei (Hornheimer Weg 2), am Samstag den 16.05.2026 um 11:00 Uhr !

  • 8.5.26: Schulstreik gegen die Wehrpflicht

    Befreiung feiern, Wehrpflicht bekämpfen!

    81 Jahre ist es nun bald her, dass das nationalsozialistische Regime und alle seine Anhänger*innen und Mitläufer*innen in Deutschland durch die Aliierten besiegt wurde. 

    Über 65 Millionen Tote hatte der 2. Weltkrieg zur Folge. Vor allem Menschen in Mittelost- und Osteuropa hatten die Folgen von Zerstörung und Gewalt zu ertragen, vor allem sie waren es, die, ob in der Roten Armee oder als Partisan*innen, die deutschen Faschist*innen und ihre Verbündeten zurückdrängten. Unter ihnen waren zahlreiche Jüdinnen*Juden, Sinti* und Roma* und weitere Verfolgte. Die Shoah und der Porajmos zeugen von der Grausamkeit des Krieges. Für all jene, die unter diesen Bedingungen jahrelang bedrängt wurden, war der Sieg über Nazideutschland ein Tag der Befreiung.

    Mit dem Ende der NS-Herrschaft setzte auch eine erzwungene Demilitarisierung Deutschlands ein, die nicht allzu lange anhielt. An diesem historischen Tag des Sieges über den Faschismus ist bundesweit der nächste Schulstreik gegen die Wehrpflicht geplant. In Kiel organisieren @neinzurwehrpflicht_kiel und @schulstreikgegenwehrpflicht_kiel die Demo, los geht es um 10:30 Uhr auf dem Exerzierplatz.

    Auch wir wollen alle, die dies lesen, dazu aufrufen: Wehrt euch gegen diese nächste und immer größer werdende Welle der Aufrüstung und Militarisierung! Wehrt euch gegen Zwangsdienste – oder unterstützt diejenigen, die davon betroffen sind.

    Nie wieder Krieg!

  • Kiel wieder zur Zielscheibe machen?

    Bericht vom Workshop „Kriegsschäden sichtbar machen“

    Seit Monaten erzählen uns Ex-Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und die Marine, der Verkauf des MFG5-Geländes an die Bundeswehr sei alternativlos: Aufrüstung und Vergrößerung der militärisch genutzten Bereiche in Kiel wären der einzige Weg, die „Landesverteidigung“ zu gewährleisten. Doch sieht die „Zeitenwende“ vor allem den Bau neuer, weltweit einsetzbarer Schiffe und eine offensive Ausrichtung der Marine vor. Dies gilt auch für das Seebataillon, das auf dem MFG5-Gelände stationiert werden soll. Gleichzeitig machte die Marine bei der Infoveranstaltung zum Kieler „Standortdialog“ deutlich: Angriffe auf Zivilist*innen könne sie im Ernstfall sowieso nicht verhindern.

    Die Luftbilder Kiels aus 1945 zeigen ziemlich eindrücklich, was passiert, wenn große Bereiche einer Stadt militärisch genutzt werden: Sie wird zur Zielscheibe. Gerade die Marinewerften auf dem Ostufer und der Stützpunkt in der Wik führten dazu, dass riesige Flächen zivil bewohnter Gebiete regelmäßig zerbombt wurden. Doch auch der Flughafen in Holtenau, die Rüstungsbetriebe in Friedrichsort und die Seeflugstation im Vossbrook wurden angegriffen.

    Mit den historischen Luftbildern aus dem Vossbrook machten wir uns am Samstag auf den Weg, um einige dieser Bombenkrater mit Sprühkreide nachzuzeichnen. Das war gar nicht so einfach, denn die Krater hatten meist über 8 Meter Durchmesser. Nachdem wir zu Beginn des Workshops einen Input zur Geschichte Kiels im Nationalsozialismus und zur Bombardierung Kiels im 2. Weltkrieg hatten, gab es im Nachgang noch einen kurzen Blick auf aktuelle, durch Luftbilder dokumentierte Zerstörung und Gewalt durch Krieg und Genozid – etwa in der Ukraine, in Palästina oder im Sudan. Klar ist: Was wann wo und wie zerstört wird, hängt maßgeblich vom Kontext ab. Gleich bleibt: Eine Bombardierung hat für die Menschen, Tiere und Pflanzen die an diesem Fleck gelebt, gearbeitet und existiert haben extrem spürbare und langfristige Folgen.

    Neben den Bombenkratern im Voßbrook, die sich auf offenen Flächen befanden und heute nicht mehr zu sehen sind, weil sie wieder zugeschoben wurden, sind einige bis heute erhalten. Im alten Wald, direkt neben dem Spazierweg „Eekbrook“, haben wir einen solchen entdecken können. Obwohl etwas Schutt und Müll in ihn gefüllt worden war, ist er aufgrund der Größe und der charakteristischen Form noch gut zu erkennen.

    In einer abschließenden Kleingruppenphase tauschten wir uns dazu aus, mit welchen Gefühlen wir aus dem Workshop gehen, welche Folgen mehr Aufrüstung in der Realität für uns hat und was uns wirklich Sicherheit geben kann. Für viele steht fest: Wirkliche Sicherheit kann es in Zeiten von internationalem Kriegseifer und Aufrüstungsdrang nicht geben. Was uns Hoffnung und Mut macht, sind nicht Regierungen, die darin einsteigen, selbst immer weiter aufrüsten und gleichzeitig dem sozialen Bereich die finanzielle Grundlage entziehen. Was uns Hoffnung und Mut macht, sind unsere Mitstreiter*innen und Mitmenschen, die solidarische Netzwerke (in der Nachbarschaft) knüpfen, die trotz allem die Perspektive internationaler Solidarität hochhalten und die diejenigen Unterstützen, die vor Krieg und Bomben fliehen. 

    Nach dem Workshop haben wir den Abend bei veganer Grillwurst, Getränken und guter Musik verbracht und waren auch das ein oder andere mal in der Förde Baden. Wie schön, dass das (noch) geht auf einem Gelände, welches weder abgesperrt und von Panzern und Soldat*innen belegt ist, noch von Bombenkratern übersäht.

  • 9.5.26: „Schwitzen gegen Haubitzen“

    Diese Woche wollen wir den Raum für alle am MFG5-Gelände nutzen, um für einen gemütlichen Saunaabend mit der „Jante Sauna“
    (https://www.instagram.com/jantesauna/) zusammen zu kommen. Im ausgebauten Saunabus können wir uns in der Wärme des Holzofens austauschen, Ruhe genießen und uns durch den direkten Zugang in der Kieler Förde abkühlen – in der Nähe der Besetzung befindet sich sogar ein kleiner Strand!

    Uns ist es ganz wichtig, dass sich alle Menschen in der Sauna wohlfühlen können. Es ist im „Jante Saunabus“ üblich, dass alle Besucher*innen eine Badekleidung tragen, sobald sich dies eine Besucher*in wünscht. Es ist also alles von Textilsauna bis textilfreier Sauna möglich; spreche dafür bitte Hermann, den Saunabus-Betreiber an. Lasst uns rücksichtsvoll und sensibel miteinander umgehen – all bodies are beautiful, queer bodies
    are beautiful.

    Im Bus gibt es einen kleinen Vorraum, in dem eigene Sachen gelagert werden können, dort findet sich auch ein wenig Platz zum Umziehen. Der Eingang in den Bus ist leider nicht barrierefrei. Eine Saunasession kostet 10€ pro Person und hat keinerlei zeitliche Begrenzung.

    Komm vorbei, um gemeinsam den Frust über die weiter ansteigende
    Militarisierung in Kiel heraus zu schwitzen – oder auch, um dich im
    Sonnenuntergang am Voßbrook an von einer spannenden, anstrengenden, kämpferischen Woche zu erholen. Wir freuen uns!

  • Veranstaltungen im Mai 2026

    Auch im Mai sind wir wieder mit einigen abwechslungsreichen Veranstaltungen am Start: Mit Kreide und alten sowie neuen Satellitenbildern wollen wir deutlich machen, was Kriege und Bombardierungen für ein Ausmaß an Zerstörung zur Folge haben. Beim ‚Schwitzen gegen Haubitzen‘ genießen wir Saunabus und Abkühlung in der Förde. Beim Antifawochenende in der Alten Meierei gibt es nochmal die Gelegenheit, die Grundlagen des Seilkletterns zu lernen. Am Pfingstsonntag wollen wie mit euch gemeinsam Linolschablonen machen und Drucken – Postkarten, Patches oder was auch immer ihr bedrucken wollt :). Am letzten Wochenende im Mai wird es dann noch einmal etwas größer: Gemeinsam mit vielen anderen Gruppen wollen wir mit einem Kundgebungs- und Protesttag gegen den Verkauf des Geländes an die Bundeswehr laut werden. Neben einem wunderschönen Gelände, Redebeiträgen, Musik und Feuertonne gibt es dort noch vieles mehr zu sehen. Tragt euch die Termine schonmal im Kalender ein – und kommt vorbei! Der Vossbrook ist für alle da 🦊💫

    02.05.2026 | 14:00 Uhr | Kriegsspuren sichtbar machen | am Baumhaus

    09.05.2026 | 19:30 Uhr | Saunabus im Vossbrook | am Baumhaus

    16.05.2026 | 11:00 Uhr | Kletterskillshare beim Antifa-Wochenende | NICHT beim MFG5-Gelände, sondern in der alten Meierei, Hornheimer Weg 2 Kiel

    24.05.2026 | 14:00-17:00 Uhr | Linoldruck gegen Militarismus | Baumhaus

    30.05.2026 | 14:00 | Kundgebung, Musik, Feuertonne und mehr vom Bündnis ‚Mit friedlichen Grüßen‘ | zwischen Baumhaus und Skateplatz

  • One struggle, one fight – Fridays for Future, Vossi bleibt!

    Vergangenen Freitag waren wir gemeinsam mit @fridaysforfuture.kiel auf der Straße, um für mehr Klimaschutz und gegen den Verkauf des MFG5-Geländes sowie Aufrüstung zu demonstrieren!

    Wir haben mit unserer Abseilaktion über dem Theodor-Heuss-Ring gezeigt: Klimaschutz heißt Antimilitarismus!

    Außerdem konnten wir auf der Startkundgebung auf dem Exerzierplatz eine Rede halten, die ihr im Folgenden lesen könnt:

    Wir sitzen auf dem Balkon – unser Blick fällt an den frischen Knospen der beiden wasserseitigen Pappeln vorbei, direkt auf die Förde. Riesige graue Stahlgefährte schleppen sich dort, wie beinahe jeden Tag, durch das Wasser, Richtung Kiel oder hinaus auf die Ostsee.

    Seit Ende Oktober letzten Jahres tragen die drei Bäume unser Baumhaus sicher, und helfen damit, die Parolen auf unseren Transpis zu verbreiten: Stadt für alle, statt Rückbau für die Bundeswehr! Seitdem haben wir schon unzählige Kriegsschiffe ein und ausfahren sehen und wurden damit Zeug*innen der zentralen Rolle, die Kiel im Bereich Militär einnimmt. Seien es rasant steigende Börsenkurse von waffenproduzierenden Konzernen wie Thyssen Krupp Marine Systems, die aus Kiel heraus ihre Mordwerkzeuge an kriegsverbrecherische und völkermordende Herrscher wie Erdogan in der Türkei oder Netanyahu in Israel liefern. Seien es militärische Großübungen der NATO, welche die Zusammenarbeit mit Kriegsverbrechen begehenden Armeen normalisieren, die zivile Öffentlichkeit beeinträchtigen und Protest einschüchtern sollen, wie erst im Februar diesen Jahres das Großmanöver mit dem türkischen Drohnenträger Anadolu, welches von Kiel aus in die Ostsee startete. Oder eben die gigantischen Flächen vor allem am Wasser, die in Kiel der Öffentlichkeit versperrt sind – weil sie seit Jahrzehnten der militärischen Nutzung vorbehalten werden.

    Diese Rolle soll nun weiter ausgebaut werden: Das MFG5-Gelände und große Flächen in der Wik sollen an die Bundeswehr gehen. Denn laut Ulf Kämpfer bilden wir Kieler*innen und die Marine eine „Schicksalgemeinschaft“.

    Außerdem erhofft sich die Stadt Millionen aus dem Sondervermögen, mit denen sich der Haushalt sanieren ließe. Aber wie soll sich Kiel aus der Abhängigkeit von Marine und Rüstung lösen, wenn die Flächen, die für Wohnraum, Gewerbe und einen zivilen Handelshafen vorgesehen sind, verkauft werden?
    Betroffen vom Verkauf und einer nicht geklärten Zukunft sind nicht nur unsere Nachbar*innen auf dem Gelände: der beliebte Skatepark, der Wagenplatz, der Jugendtreff und 900 geflüchtete Menschen, die ihren Wohnraum verlieren. Auch der Schleusenpark in der Wik ist bedroht, denn der dortige Stützpunkt soll um gut ein Drittel vergrößert werden. Als bei der Info-Veranstaltung letzte Woche Bedenken geäußert wurden, Kiel würde durch die Aufrüstung umso mehr zum militärischen Ziel, reagierte Admiral Meyer knapp: „So schlimm das ist: Heute nimmt keiner mehr Rücksicht auf zivile Ziele, im Gegenteil, sie werden direkt angegriffen.“ Mit anderen Worten: unsere Sorgen sind ihnen egal. Sie können uns eh nicht schützen.
    Eher knapp sind auch die Aussagen dazu, was die Pläne der Marine für Kiel sind. An die breite Öffentlichkeit gerichtet heißt es meist, sie würden der „Verteidigung“ und „Abschreckung“ dienen. Die militärische Fachpresse und Werbevideos von Bundeswehr und Rüstungsindustrie sprechen dagegen eine andere Sprache: die Marine soll zu weltweiten Einsätzen fähig sein und zwar offensiver, als bisher. Im Zuge dieser Planungen, wird auch das Seebataillon, das auf dem MFG5-Gelände stationiert werden soll, neu ausgerichtet.
    Wo die Marine dabei das Vorbild für diese 2014 aufgestellte Einheit sieht, zeigt sich auch in der Wahl des Namens. Das Seebataillon geht auf die Kaiserliche Marine zurück und führte damals die weltweiten Kolonialkriege des Kaisers. Es war dabei u.a. an Massakern an Zivilist*innen in China während des sogenannten „Boxeraufstands“ und am Völkermord an den Herero und Nama im heutigen Namibia beteiligt.
    Der Deckmantel der „Zeitenwende“ wird gerade dazu genutzt, diese Form der Aufrüstung als „alternativlos“ darzustellen und durchzudrücken. Getragen wird sie geschlossen über Parteigrenzen hinweg.

    Es ist daher zu erwarten, dass die Politik, für die Ulf Kämpfer steht, von Samet Yilmaz fortgesetzt wird.
    Regierende auch mit sozialem und grünem Anstrich sind also in dieser Frage keine Partner*innen, sondern Gegner*innen, was auch andere entscheidende politische Felder dieser Zeit zeigen: Sozialkahlschlag, denn die eigentlich mal als ‚Existenzminimum‘ beschlossene Unterstützung für Menschen, die aufgrund von psychsichen Erkrankungen, Behinderungen oder warum auch immer nicht arbeiten können, werden immer weiter gekürzt, gepaart mit ekelhafter öffentlicher Hetze gegen sie im Bundestag und in den Medien. Auch in Kiel wird Soziales, also etwa bezahlbares Kitaessen, Beratungsangebote für geschlechterspezifische Gewalt, behinderte Menschen, Geflüchtete oder auch Freizeitangebote für sozial benachteiligte Kinder massiv gekürzt oder gar gestrichen. Auch im Bereich Klima sehen wir das: Während die Benzinpreise steigen und viele Menschen sich ernsthaft fragen, wie sie zur Arbeit oder zu ihrer Familie kommen sollen, wird nicht etwa kurzerhand das 9€-Ticket oder noch besser ein kostenloser ÖPNV
    als erwiesenermaßen massentaugliche und schnelle Lösung wieder eingeführt, nein: An der ständigen Verteuerung der Bus- und Bahntickets wird festgehalten, fossiler Individualverkehr in Form von neuen Autobahnen ausgebaut, ebenso wie der Ausbau von erneuerbaren Energien vernachlässigt und fossile, neokoloniale Gasinfrastruktur ausgebaut wird.
    Die Folgen dieser Politik bekommen Menschen im globalen Süden schon heute zu spüren: Versuchen sie aus den Umständen zu fliehen, die kapitalistische Regierungen vor allem im globalen Norden geschaffen haben – extrem lange Dürreperioden, steigende Meeresspiegel und vermehrt tödliche Wetterextreme wie Hurrikanes und Sturmfluten – treffen sie auf dem Weg in die gemäßigten Klimazonen auf Feindlichkeit und Gewalt.

    Mit dem gemeinsamen europäischen Grenzsystem hat auch Deutschland sich auf einem großen weiteren Schritt hin zur völligen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl und zum Ausbau der sogenannten Festung Europa beteiligt – unter Führung der sogenannten Fortschrittskoalition. Deutschlands Aufrüstung zielt nicht zuletzt auf diese Menschen.
    Von unserem Baumhaus aus haben wir aber nicht nur Ausblick auf Kriegsschiffe. Viel häufiger blicken wir auf Segelboote und Menschen, die das Gelände friedlich nutzen. Menschen, die Drachen steigen lassen, Fahrrad fahren, baden, ihre Hunde spazieren führen, selbst spazieren gehen und sich treffen. Jugendliche und Kinder die spielen, skaten oder einfach gemeinsam die Sonne genießen. Auf einer freien Fläche im öffentlichen Raum, die für ganz Kiel einmalig ist. 2250 neue und vor allem bezahlbare Wohnungen sollten hier gebaut werden – Wohnraum, den die Menschen in Kiel dringend brauchen!
    Noch ist der Verkauf nicht beschlossen. Noch ist kein Vertrag unterzeichnet, der Kiel für viele Jahrzehnte prägen wird. Doch Veränderung geschieht nicht von selbst. Wir wollen keine Aufrüstung, keine Wehrpflicht und kein Gelände für die Bundeswehr. Sagen wir also Kämpfer & Co den Kampf an. Verteidigen wir unsere Freiräume und bereiten ihnen einen heißen Sommer! Dafür lohnt es sich zu streiten, zu besetzen und zu sabotieren, wo immer es geht!

  • 40 Jahre Tschernobyl – Militär und Atomkraft

    Der Beginn der Atomkastrophe von Tschernobyl jährt sich heute zum 40. Mal. Ein Reaktorunfall mit Strahlenschäden quer durch Europa mit krank machenden Auswirkungen Jahrzehnte danach und akuter Bedrohung bis heute. Wir nehmen dieses traurige Datum zum Anlass, um zu schauen, was das hier mit unserer Besetzung zu tun hat. 

    Die Geschichte der Atomkraft ist eine militärische. Die Atombombe wurde entwickelt um einen Krieg zu gewinnen und tötete weit über eine halbe Million Menschen, ob bei den Abwürfen in Hiroshima und Nagasaki oder bei den Tests im Bikini-Atoll. Atomkraftwerke wurden gebaut, um Plutonium für Atomwaffen zu erbrüten. Ohne staatliche Subventionierung und Ausnahme von der Versicherungspflicht wäre kein kommerzielles Atomkraftwerk ans Netz gegangen. Noch heute wird die Mär von der friedlichen Atomkraft erzählt, während wir beispielsweise im Iran sehen, dass es immer nur um Waffen geht. Auch in Deutschland steht eine Urananreicherungsanlage in Gronau, nahe der niederländischen Grenze. Die Bundesregierung möchte sie auch nach dem teilweisen Atomausstieg weiter betreiben „weil sie das Ansehen Deutschlands stärkt“. Mit Urananreicherungsanlagen lässt sich aber nicht nur Uran für Atomkraftwerke anreichern, sondern sie sind relativ leicht umbaubar, sodass auch waffenfähiges Uran angereichert werden kann. In Gronau gibt es entsprechende Experimente. Hier in Kiel wurden und werden U-Boote gebaut, in die Atomwaffen eingebaut werden.

    So ist die Geschichte der Atomkraft immer auch eine militärische, von ersten Augenblick an bis heute. Ohne militärische Interessen hätte es die Katastrophe in Tschernobyl nicht gegeben, nicht die in Fukushima, nicht die Verseuchung in Majak. 

    Die Schäden dieser Geschichte betreffen uns alle: Sie betreffen uns, weil Atomwaffen uns bedrohen, aber auch weil niemand weiß wohin mit all dem Atommüll, der noch Millionen Jahre krank machen wird. Noch mehr betreffen sie aber Menschen in (ehemaligen) Kriegsgebieten, wie im Irak, weil dort panzerbrechende Munition aus Uran zahlreiche Gebiete verseucht hat. Sie betreffen die Menschen in der Umgebung von Tschernobyl, die ein um ein vielfaches höheres Risiko haben an Krebs zu erkranken oder die Menschen, die in Uranabbaugebieten leben und dort radioaktiven Staub einatmen, oft ohne dass sie in irgendeiner Weise profitieren vom Profit, der gemacht wird. All das war nicht unsere Entscheidung.

    Deshalb stehen wir heute hier um ein weiter so zu verhindern, an die Katastrophe von Tschernobyl und all die Toten dort zu erinnern. Denn der Kampf gegen Atomkraft ist untrennbar mit dem gegen Militarisierung verbunden. 

    Am Anfang sagte ich, der Beginn der Katastrophe jährt sich. Sie dauert schließlich seitdem an, wie nicht zuletzt die russischen Angriffe auf den Sarkophag der den Tschernobyl-Reaktor einschließt und die Bilder der brennenden Schutzhülle erst kürzlich verdeutlicht haben. Atomkatastrophen geschehen nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt, sie beginnen und dauern nach menschlichem Ermessen ewig an.  Atomstromproduktion ist nicht nachhaltig – sie ist immer ein erhebliches Risiko. Weil sie unmittelbar mit Aufrüstung und der Möglichkeit eines Atomkrieges verbunden ist, aber eben auch, weil in einer Welt der eskalierenden bewaffneten Konflikte und Kriege jeder Atommülltransport und jedes Atommüllager eine attraktive Zielscheibe für die Zerstörungswut kriegführender Akteur*innen darstellt.

    Wir rufen dazu auf, gegen die anstehenden Castor-Transporte nach Brokdorf und Ahaus aktiv zu werden und weder Atomanlagen noch Atomwaffen widerstandslos hinzunehmen. Erinnern heißt kämpfen!

  • 2.5.26: Kriegsspuren sichtbar machen

    Mitmach-Workshop & Infoveranstaltung

    Viele Menschen befürchten, dass der Kieler Norden durch die zunehmende Militarisierung im Falle eines Krieges wieder stärker zur Zielscheibe werden könnte – das zeigt sich immer wieder in Gesprächen, die wir mit Passant*innen führen. Gerade denjenigen von ihnen, die in unmittelbarer Nähe des Gebietes leben, welches laut Ulf Kämpfer wieder an die Bundeswehr verkauft werden soll, macht das große Angst.

    Am Samstag den 2. Mai laden wir zu einer Infoveranstaltung und einem Mitmach-Workshop auf dem ehemaligen MFG-5 Gelände ein. Dort wollen wir uns anschauen, was der letzte Krieg für Kiel und insbesondere für Holtenau Ost bedeutet hat. Denn im 2. Weltkrieg war der Voßbrook ein wichtiger Stützpunkt. 

    Im Workshopteil werden wir uns gemeinsam Luftbilder vom Gelände aus dem Jahr 1945 anschauen. Darauf sind neben zerstörten Gebäuden auch zahlreiche Krater von Fliegerbomben erkennbar. Von diesen wollen wir dann einige auf dem Boden mit Sprühkreide markieren. 

    Dazu wird es zusätzlich historisches Infomaterial geben. Bilder aus aktuellen Kriegsgebieten sollen einen Bezug zu unserer Gegenwart herstellen. 

    Also komm vorbei und mach mit, wenn dich die rasant fortschreitende Militarisierung und die immer weiter autoritäre und an Aufrüstung  orientierte Politik beschäftigen – und du etwas dagegen tun willst!

    Wann? 2. Mai, ab 14 Uhr

    Wo? bei der Baumhausbesetzung im Vossbrook (zwischen Tonnenhof und Skatepark)

  • Die Bombe ist geplatzt

    Am Mittwoch verkündete der Oberbürgermeister der Stadt Kiel Ulf Kämpfer in einer sehr kurzfristig angekündigten Info-Veranstaltung in der Halle400, dass eine Absichtserklärung zwischen der Stadt Kiel und der Bundeswehr über die Zukunft des MFG-5 getroffen worden ist. Danach soll ein Großteil des Geländes wieder zurück an die Bundeswehr. Für die ursprünglich geplante städtebauliche Entwicklung bleibt kaum noch Platz übrig. Auch die viel genutzte Wegeverbindung wird durch den militärischen Sperrbereich geschluckt. Aber nicht nur das. Zusätzlich soll auch der bereits vorhanene Stützpunkt im Stadtteil Wik erweitert und dafür erhebliche Flächen an die Bundeswehr abgetreten werden. Darunter auch der Schleusenpark, in dem es derzeit eine öffentliche Aussichtsplattform auf die Kanal-Schleusen und die Förde gibt. 

    Aber: Noch muss die Ratsversammlung zustimmen. Für uns bleibt es dabei – das MFG-5 Gelände bleibt zivil! Die Menschen die auf dem Gelände wohnen sollen bleiben dürfen! Der Jugendtreff und der Skatepark bleiben! Der Wagenplatz Schlagloch bleibt! Und auch wir bleiben! 🦊 Während der Staat weiter auf Aufrüstung und Militarisierung setzt, setzen wir auf eine solidarische Gemeinschaft von unten. Haltet die Augen offen für weitere Ankündigungen und bleibt aktiv für Frieden, Mitbestimmung und Freiräume. 🕊️

    📅 In diesem Sinne hier einige anstehende Termine:

    24.04.: Klimastreik von FFF Kiel

    26.04.: „Bass statt Bundeswehr“ vom Schlagloch & Werwolf-Spieleabend beim Baumhaus

    30.04.: Planungstreffen des Bündnis für bezahlbaren Wohnraum im Leuchtturmladen

    02.05.: Mitmachworkshop „Kriegsschäden sichtbar machen“ auf dem MFG-5