Gemeinsame Geschichten

Gestern trafen wir uns zu einer offenen Lesebühne, bei der alle Menschen etwas vorlesen oder auch nur zuhören konnten. Dabei malten wir auch ein paar süße Bilder von Füchsen und frechen Hasen aus. Tee und Snacks, wie herrlich saftige selbstgemachte Zimtschnecken, sorgten für extra viel Gemütlichkeit.

Als erstes wurde ein kleines Märchen auf Platt vorgelesen. Spontan sang ein Mensch dann noch ein plattdeutsches Lied über einen listigen Fuchs.

Es folgten die Gedichte „Der Glockenturm“ und – dem Sozialdemokraten Ulf Kämpfer gewidmet – „Der Revoluzzer“ von Erich Mühsam. Der Lyrik Mühsams gelingt es, mit wenigen Worten viel mehr auszudrücken und dabei noch humor- und gefühlvoll zu sein.

Die utopische Kurzgeschichte „The Ones who walk away from Omelas“ von Ursula K. Le Guin sorgte für angeregte Gespräche über ethische Aspekte von Aktivismus, politischen Kämpfen und über die Rolle von Gemeinschaft darin. Besonders beschäftigte uns die Bedeutung von Verantwortung und Verlässlichkeit in Gemeinschaften; und die Frage, welche Abhängigkeiten in unserer Gesellschaft bestehen, inwiefern sie uns einschränken, ob und wie sie zu überwinden sind oder ob wir sie sogar brauchen.

In einem Ausschnitt aus Kurt Tucholskys „Deutschland, Deutschland über alles“ ging es um eine tiefe Verbundenheit zu Orten und Land, die ganz ohne Nationalismus und Patriotismus auskommt.

Zum Schluss lauschten wir der satirischen Fabel „Der Bär als Statthalter“. Sie handelt von drei Bären, die als Kolonialbeamten in Sibirien walten. Das Verhalten der Tiere wirft dabei Fragen über die Willkür und den Sinn und Unsinn von Herrschaft auf.

Wir hatten einen wunderbaren gemeinsamen Abend, der am Ende doch viel zu schnell vorbei ging.
Wir danken auch vielmals den netten Menschen, deren (beheizte 😉) Räumlichkeiten wir freundlicherweise nutzen durften!