27.2.26: Offenes Treffen

Das ist unser Ufer!

Liebe Menschen aus unserer Nachbarschaft,

vielleicht kennt uns oder unser Baumhaus bereits? Wir von „Voßbrook für Alle – MFG-5 bleibt zivil“ halten es seit Monaten besetzt, um den drohenden Verkauf des Geländes an die Bundeswehr zu verhindern.

Was wollen wir?

Unsere Aktion ist eine direkte Intervention. Ein Eingreifen in einen Prozess, der viel zu schnell und undemokratisch vorangetrieben wird – gegen den ausgesprochenen Willen vieler in Kiel lebender Menschen und ohne Rücksicht auf deren Bedürfnisse.

Im Gegensatz dazu wollen wir nicht alleine bestimmen. Vielmehr wollen wir einen Raum schaffen, den alle nutzen und gestalten können; und die Zeit gewinnen, die notwendig ist, um miteinander Pläne für die Zukunft des Geländes zu schmieden und umzusetzen.

Wir wehren uns dagegen, dass gerade hinter verschlossenen Türen über eine Entscheidung verhandelt wird, die Holtenau und Friedrichsort wirtschaftlich, sozial und politisch für Generationen prägen wird.

Wir wollen gemeinsam darüber reden, was eine gute Zukunft für uns alle sichert. Dabei geht es um mehr, als um bezahlbaren Wohnraum. Die völlige Abhängigkeit Kiels von Militär und Rüstungsindustrie hatte schon mehrfach katastrophale Folgen.

Was will die Stadt?

Während allein eine Milliarde in den Stützpunktausbau fließen sollen, wird im sozialen Bereich gekürzt. Darunter leiden genau die solidarischen Netzwerke, über die wir uns im Krisenfall durch gegenseitige Hilfe unterstützen werden. Auch über Möglichkeiten einer nachhaltigen Versorgungssicherheit und Zivilschutz wird von den Regierenden nicht gesprochen. Geschützt und vergrößert werden derzeit nur die Werte und Gewinne der Rüstungsindustrie.

Die Stadt hofft derzeit auf einen Kompromiss: die Teilung des Geländes. Doch bleibt bei 1600 Soldat*innen, 300 Fahrzeugen und 100 Booten wenig Platz für Zivilist*innen. Nicht-Kasernenpflichtige und nachgezogene Familien werden außerdem den Druck auf den Wohnungsmarkt zusätzlich erhöhen. Dass die Fuß- und Radwegverbindung zwischen Holtenau und Friedrichsort bestehen bleibt, wird inzwischen ausgeschlossen. Der Kieler Norden wird also wieder stark vom Rest der Stadt abgeschnitten sein.

Noch gehört das Gelände der Stadt. Wenn Kiel nicht verkauft, müsste die Bundeswehr einen langwierigen Enteignungsprozess führen, doch sie hat es eilig.

Eilig hat es scheinbar auch Ulf Kämpfer, der das Gelände eigentlich zu einem Stadtteil entwickeln sollte, und nun zum Ministerpräsidenten aufsteigen will.

Genau wie sein Nachfolger Samet Yilmaz, wollen alle gerade nur eines: gut dastehen und vor allem Ruhe.

Die wollen wir ihnen nicht lassen! Ihr könnt euch sicher sein: wir werden diesen Ort nicht freiwillig aufgeben. Die überwiegende Mehrheit der Menschen, mit denen wir ins Gespräch kommen, ist gegen den Verkauf. Lasst uns gemeinsam den Verhandlungsprozess erschweren und verzögern und die Zeit dazu nutzen, einen starken Konsens zu finden, den wir alle zusammen durchsetzen können.

Was könnt ihr tun?

Kommt am 27.02. um 18:00 Uhr zu unserem Offenen Treffen beim Baumhaus auf dem MFG-5 Gelände. Dort wollen wir gemeinsam darüber reden, wie ihr euch einbringen könnt und was eure eigenen Ideen für die Gestaltung des Voßbrooks sind. 

Wie wäre es beispielsweise mit einem offenen Café, einem Gemeinschaftsgarten, Spielplatz, Freilufttheater, barrierearmen Komposttoiletten, offenen Werkstätten, eine Bibliothek der Dinge oder was euch sonst so einfällt. Auch Ideen für Veranstaltungen sind willkommen!

Seht die Besetzung gerne als das Beteiligungsverfahren, das eure Ideen tatsächlich umsetzt – mit euch. Wie ihr seht, haben wir es – im Gegensatz zur Stadt – bereits geschafft, hier etwas aufzubauen. Lasst uns gemeinam noch mehr verwirklichen und die derzeitige Zwischennutzung zu einer freien Dauernutzung verlängern!

Wenn wir uns zusammenschließen, werden wir es schaffen, dass das ehemalige MFG-5 Gelände zivil bleibt und der Voßbrook endlich wieder für alle da ist!